Hof zu Wil

Gestaltungs- und Lösungsvorschlag Dienerschaftskapelle

Adresse

Hof zu Wil, Wil

Auftraggeber

Stiftung Hof zu Wil, Wil

Wettbewerb

2017 I Vergabeverfahren für Planerleistungen (Architektur)

Auftrags- und Problemanalyse: »Wenig getan ist viel gemacht«
Unser Programm sind weder Rekonstruktionen zu ungesicherten Befunden noch zeitgemässe Alternativimplantate, sondern sorgfältige Betrachtung, vorsichtige Interpretation, wertschätzende Sicherung der Bestände und minimalinvasive Interventionen, wo sie unumgänglich sind. Das Neue ergibt sich aus den Anforderungen der Gegenwart und muss nicht in Kontrast zum Alten gestellt werden. Die Frage ist vielmehr, welche Kontinuität sich aufrecht erhalten lässt, oder wie sie neu her-zustellen sei. Das gilt für Materialien wie Farben, für die Nutzungen und die Aktivitäten.

Die Dienerschaftskapelle ist mit allen ihren überlieferten Bedeutungsebenen und Benutzungsspuren ein komplexes Baudenkmal. Als Kapelle war sie ein geweihter Ort, als Bestandteil der fürstbischöflichen Anlage gehörte sie zur Stadt und wirkte vielleicht wie ein Abwehrzauber auf der Befestigungsmauer. Ihre spätere Nutzung als Turnsaal erinnert an das Turnen, das im neunzehnten Jahrhundert als bedeutende pädagogische Errungenschaft zur nachfeudalen gesellschaftlichen Neuorganisation beitrug. Dass der Raum dann auch irgendwie gewerblich genutzt wurde, ist zu vermuten, jedenfalls ist er dicht aufgeladen mit Bedeutungen und Reminiszenzen, die nur zum Teil offenliegen. Sie aufzuspüren, ist Voraussetzung, um neue Nutzungsformen darin einzufügen.

Lageplan
Grundriss Dienerschaftskapelle
Schnitt A-A & B-B
Dienerschaftskapelle Bestand

Text: Markus Grob I Bilder: Pfister Schiess Tropeano