Alterswohnungen in der «Gartenstadt» Schlieren

Neubau von 27 Alterswohnungen mit Gemeinschaftsraum und einer Pflegewohngruppe

Adresse

Bachstrasse 1
8952 Schlieren

Auftraggeber

Alfred Müller AG, Baar

Leistungen

Projektierung, Ausführungsplanung, Gestalterische Leitung

Realisierung

2012–2013

Bauvolumen

ca. 10 Mio. CHF

Das sechsgeschossige Wohnhaus mit 27 Alterswohnungen ist Bestandteil der Gesamtüberbauung «Gartenstadt» Schlieren von Pfister Schiess Tropeano, mit sieben fünfgeschossigen Mehrfamilienhäusern (98 Eigentumswohnungen) und einer viergeschossigen Randbebauung (36 Mietwohnungen, 6 Ateliers, 1 Laden, 1 Café).
Die Stadt Schlieren bietet gut besonnte Alterswohnungen (1½ bis 3½ Zimmer) mit grosszügigen Balkonen für betagte Menschen mit geringem bis mittlerem Pflegebedarf an. Das Angebot wird ergänzt mit Unterstützungs-, Betreuungs- und Pflegeleistungen, welche je nach Bedarf individuell beansprucht werden können. Das Wohnhaus liegt mitten im Zentrum von Schlieren. Der Bahnhof, die Bibliothek, diverse Einkaufsmöglichkeiten und verschiedene Restaurants liegen nur wenige Gehminuten entfernt. Für Begegnungen und Unterhaltung gibt es im Erdgeschoss strassenabgewandt eine Gartenterrasse mit Blick auf die durchgrünte Parkanlage der Siedlung. Im 1. OG steht ein Gemeinschaftsraum mit Küche und im 5. OG eine einladende Dachterrasse mit wunderbarer Aussicht zur Verfügung.

Bilder 1, 4, 5: Pfister Schiess Tropeano / Bilder 2, 3: Hannes Henz

Das Alterswohnhaus an der Bachstrasse steht diagonal dem Stadthaus gegenüber am Quadrat. Es ist also wie dieses ein Eckpfeiler des neu zu erfindenden Stadtbildes. Darum soll seine Form im Stadtbild zugleich alltäglich wie besonders sein und die latente Relation zum Stadthaus sinnfällig zu machen.

Der Quader ist die allgemeinste hier übliche Form. Durchlaufende Brüstungen in einheitlicher Höhe erinnern an die laubengangerschlossenen Wohnhäuser, mit denen in den sechziger Jahren die Agglomeration begründet wurde. Der Neubau nimmt also Sehgewohnheiten und Formgewöhnungen auf, die ihrerseits aus der vergangenen Euphorie der neuen Städte wie Brasilia oder Chandigarh stammen. Über diese vergessenen Schichten legen sich nun Abweichungen vom Gewohnten. Es fehlt der erschliessende Mittelrisalit, dessen Symmetrie die Autonomie älterer Bauten betonte. Davon befreit sich der Baukörper, öffent mit einem offenen Ende seine Ecke zur Badener Strasse und schliesst mit dem anderen Ende ab. Seine Fassadenbänder, von absturzsichernden Handläufen begleitet, wirken leichter und zeigen Intarsien von Farben und Texturen. Diese unterscheiden warme und kalte Teile, also Loggia und Wohnraum, was auf einen Grundriss hinweist, der sich vom Herkömmlichen unterscheidet. Der Eingang darunter zeigt sich als ein Bungalow, der wie ein szenografisches Schaufenster den Gebäudeinhalt ankündigt, sowohl geschlossenen Schutz als offene Wohnlichkeit verspricht. Er ist eingespannt unter der Bänderung und steht in einem exakten kompositorischen Dreieck zur rechten oberen geschlossenen Ecke und der linken offenen Seite.

Diese Elemente geben dem Baukörper eine Zeichenwirkung jenseits der traditionellen städtebaulichen Konventionen von Ecklösungen und bauplastischen Gesten. Seine relative Position im Stadtbild vermittelt seine gleichsam verschobene Setzung gewohnter Signale. An Einzelheiten seiner Überformung wird deutlich, dass er offensichtlich auf frühere Konstruktionslogiken anspielt, diese jedoch interpretiert, um sich zu plazieren zwischen dem, was war und dem, was hier sein wird. So fügt er sich ins Panorama des neuen Stadtbildes, als Bindestrich zwischen der Vergangenheit als Erinnerung und Gewohnheit und der Zukunft als dem offenen Feld von Möglichkeiten.

23.6.2013 | Limmattaler Zeitung (online) | von Ly Voung

Grossandrang bei der Einweihung der Alterswohnungen

Begleitet von fröhlichen Klängen der Bauernmusik Schlieren, strömten zahlreiche interessierte Besucher in das Gebäude, um die bereits vollständig vermieteten Wohnungen zu besichtigen.